„Staatsregierung Bevormundet die Eltern“

Presse

Matthias Kihn und Karin Pranghofer stellen das SPD-Konzept der Gemeinschaftsschule vor

Zeil Das Bildungssystem in Bayern weist viele Schwachstellen auf, die von der Politik behoben werden müssten. Die Gäste beim Diskussionsabend der SPD in der Zeiler Göller-Gaststätte schlossen sich dieser Meinung der Bildungsexpertin der SPD-Landtagsfraktion, Karin Pranghofer, und von Matthias Kihn an. Der SPD-Landtagskandidat hatte zum Talk mit den Bürgern unter dem Motto „Die Schule der Zukunft – Vorteile und Chancen der Gemeinschaftsschule“ eingeladen und konnte mit Karin Pranghofer eine der Mütter der SPD-Gemeinschaftsschule begrüßen.

„Das Lernen und Lehren in einer Gemeinschaftsschule ist ein gänzlich anderes.“ Karin Pranghofer ließ keinen Zweifel daran, dass das SPD-Konzept die Schullandschaft in Bayern nachhaltig verändern würde. Weg von der Dreigliedrigkeit hin zu einer Gemeinschaftsschule – so lassen sich die Pläne der Sozialdemokraten zusammenfassen. Was sich hinter der neuen Schulform verbirgt, darüber gaben die Landtagsabgeordnete und Kandidat Matthias Kihn Auskunft.

Die SPD-Bildungsexpertin, seit 1998 Mitglied des bayerischen Landtags, stellte die Gemeinschaftsschule dabei als Alternative und nicht als Ersatz zu den bisherigen Schulformen vor: „Wir möchten den Eltern die Wahl geben, auf welche Schule sie ihr Kind schicken“, machte sie deutlich. Doch die Staatsregierung lasse das nicht zu. „Sie bevormundet die Eltern und sperrt sich sogar gegen Modellversuche zu unserer Gemeinschaftsschule zu.“ Pranghofer erläuterte, dass weder die Abschaffung der bisherigen Schulen, noch die Abschaffung der Realschul- und Gymnasiallehrer von der SPD beabsichtigt sei. „Wir möchten dort, wo Eltern, Lehrer und Kommunen sich dazu entscheiden, die Gemeinschaftsschule vor Ort einführen. Wir werden sie niemandem überstülpen, sind aber überzeugt, dass wir durch die konkreten Ergebnisse unserer Schule auf Dauer unsere Schule durchsetzen können.“
Zumal die gemeinsame Beschulung der Kinder über die vierte Klasse hinaus auch Vorteile für die Kommunen bringt. „Wir Kommunalpolitiker tun viel, um Schulen am Ort zu halten und den Schülern kurze Wege zu sichern“, erklärte Zeils Bürgermeister Thomas Stadelmann. Dennoch müssten immer wieder Schulen geschlossen werden, während sie anderswo aus allen Nähten platzen. Ein Kritikpunkt, den Matthias Kihn gerne aufnahm. Der Landtagskandidat, selbst Lehrer an einer Münchner Mittelschule, stellte fest, dass von den 2009 in den Landkreisen Haßberge und Rhön-Grabfeld noch bestehenden 18 Hauptschulstandorten bis ins Jahr 2020 jeder zweite gefährdet sei. Er berief sich dabei auf eine Untersuchung des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV). „Viele Gemeinden könnten ihre Schulen erhalten, wenn nicht am Ende der vierten Klasse die Aufteilung der Schüler auf die verschiedenen Schularten erfolgen würde, sondern alle Schüler gemeinsam unterrichtet würden“, so das Credo des Landtagskandidaten. Auch aus Gründen der Gerechtigkeit sieht Kihn dringenden Reformbedarf im bayerischen Schulsystem: „In Bayern hat ein Akademiker-Kind eine siebenmal so hohe Wahrscheinlichkeit auf das Gymnasium zu gehen, wie ein Kind aus einer Arbeiterfamilie.“

Eine individuelle Förderung der Schüler, wie sie in der Gemeinschaftsschule der SPD erfolgen soll, würde den Kindern gerecht werden und soziale Nachteile im Laufe der Schulzeit besser ausgleichen können.

Für Karin Pranghofer und Matthias Kihn ist die Landtagswahl im September die Möglichkeit für die Eltern, sich für ein gerechteres, sozialeres und schülerorientiertes Schulsystem stark zu machen und dabei die Entscheidung, auf welche Schule das eigene Kind gehen soll, stets selbst in der Hand zu behalten: „Der Weg zu einer Gemeinschaftsschule in Bayern, in der der unnötige Übertrittsdruck wegfällt, führt über die Landtagswahl am 15. September 2013.“

Für eine bessere Schule: SPD-Bildungsexpertin Karin Pranghofer (Mitte) stellte in Zeil auf Einladung von Matthias Kihn (Zweiter von links) das SPD-Konzept der Gemeinschaftsschule vor. Zeils Bürgermeister Thomas Stadelmann (links), Bezirksrat Bernhard Ruß (Zweiter von rechts) und der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Helmut Dietz (rechts) freuten sich über den Besuch der Landtagsabgeordneten.

 
 

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