Sein Topthema ist die Bildung

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SPD nominiert Matthias Kihn als Direktkandidaten für die Landtagswahl

Das Ergebnis wurde von den Delegierten mit stehenden Ovationen begrüßt: Von 74 Delegierten sprachen sich 71 für Matthias Kihn als Landtagskandidaten aus. Der 31-jährige Mellrichstadter erhielt am Freitagabend im Saal der Brauerei Hartleb in Maroldsweisach die überwältigende Mehrheit der Stimmen als Direktmandat.

Auch Bernhard Ruß erhielt das uneingeschränkte Vertrauen der Genossen: 73 von 74 Delegierten nominierten den Bürgermeister der Gemeinde Sand am Main erneut für den unterfränkischen Bezirkstag.

Dem Lehrer Matthias Kihn brennt vor allem die Bildung unter den Nägeln, sein Kernthema ist die Chancengleichheit aller Kinder. Kihn, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Mellrichstadt und Kreisvorsitzender in Rhön-Grabfeld, unterrichtet seit dem vergangenen Jahr an einer Mittelschule in München. Er prangerte ausführlich das dreigliedrige bayerische Schulsystem an. Das Aussortieren nach der 4. Klasse, behauptete der Pädagoge, übe einen unermesslichen Druck auf die Kinder, die Lehrkräfte und die Eltern aus. Die angebliche Durchlässigkeit bestehe in der Praxis leider nur nach unten. Dies habe zur Folge, dass der Nachhilfemarkt boome, 63 Prozent der Realschüler und Gymnasiasten machen demnach ganzjährig davon Gebrauch, im Schnitt kostet dies die Eltern 110 Euro im Monat. "Das heutige Schulsystem ist geprägt von Enttäuschungen und damit im großem Maße demotivierend", betonte Kihn. Die Lösung sieht er in der Gemeinschaftsschule, in der inklusiv unterrichtet werde.

Durch den gemeinsamen Unterricht aller Kinder bis zur neunten Jahrgangsstufe blieben zudem die Schulstandorte erhalten. Für den ländlichen Raum wünscht sich Kihn individuelle Lösungen. Der Stimmkreis sei geprägt von großen Zentren wie Bad Neustadt oder Haßfurt, aber auch von kleinen Gemeinden mit gerade mal 600 Einwohnern. "Was in Bad Königshofen für gut befunden wird, kann in Bundorf bereits abgelehnt werden." Dies betreffe die Schulpolitik, aber auch die ärztliche Versorgung. In der Energiewende sieht Kihn die große Herausforderung der nächsten Jahrzehnte. Diese könne nur durch dezentrale, kleine Einheiten, also einen "Mix aus allen regenerativen Energieformen" gelingen. "Ich plädiere deswegen für Entscheidungen vor Ort und gegen eine Vor-Festlegung durch den regionalen Planungsverband."

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Bernhard Ruß für den Bezirkstag

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Regenerative Energien waren auch ein Thema von Bernhard Ruß. Der Ebersberg im nördlichen Steigerwald sei in Bezug auf Windhöffigkeit ein optimaler Platz für Windkrafträder. Aber weil im Naturpark gelegen, werde dieser Standort nicht einmal diskutiert. "Die Kernkraftwerke sollen bewusst ein paar Jahre länger laufen", glaubt Ruß. Er hielt sich kurz und berichtete aus "seinem spannenden Betätigungsfeld" im Bezirkstag. Dort sei ein Energiesymposium angeregt worden, um die Möglichkeiten der regenerativen Energien zu prüfen. Schwerpunktthemen des 58-Jährigen sind die Kommunalfinanzen, die soziale Gerechtigkeit und das Thema "guter Lohn für gute Arbeit". Dies müsse auch für einfache Berufsgruppen gelten. "Wir müssen uns nicht nur für die großen Felder einsetzen, sondern auch für die kleinen Dinge stark machen."

Die Landtagsabgeordnete Sabine Dittmar - sie ist als Nachfolgerin von Susanne Kastner schon als Kandidatin für den Bundestag bestimmt - prangerte unter anderem das "Landesbankdebakel" an. Dieses habe sich auf die Region ausgewirkt. So seien die Luxussanierungen der LB-Wohnungen ein Skandal. Susanne Kastner sieht die Zeit für einen Regierungswechsel gekommen. "Jeder muss mithelfen, die unsägliche Regierung in München und Berlin abzulösen", betonte sie.

Quelle: Haßfurter Tagblatt

 
 

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