Kein Wunder, dass der Nachwuchs ausbleibt

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SPD-Arbeitsgemeinschaft wählt ihre Führung und blickt auf den regionalen Arbeitsmarkt

Haßfurt/Augsfeld Im Rahmen einer Mitgliederversammlung wählten die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD (AfA) ihre neue Vorstandschaft für den SPD-Unterbezirk Haßfurt und die Delegierten für die Landeskonferenz. Dabei wurde der der bisherige Vorsitzende Paul Hümmer aus Sand, im Amt bestätigt. Bernd Bieber aus Königsberg, wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden berufen.

Im Rahmen der Veranstaltung gingen Vorsitzender Paul Hümmer und sein Stellvertreter Bernd Bieber auch auf die aktuellen Arbeitsmarktdatenfür den Landkreis Haßberge ein. „Der sich ausbreitende Niedriglohnsektor reißt Löcher auch in den Haushalt des Landkreises Haßberge und treibt die kommunalen Soziallasten immer weiter n die Höhe“, erklärte Paul Hümmer. Bernd Bieber merkte an, dass sich Beschäftigte und Bürgerinnen und Bürger gegen diese Entwicklung gleichermaßen zur Wehr setzen müssten. Ein wichtiger Punkt sei dabei die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. „Diesen zu verweigern, wie es die schwarz-gelben Regierungen in München und in Berlin tun, ist weder sozial noch christlich, sondern mit der Würde des Grundgesetzes einfach nicht vereinbar“ sagte Paul Hümmer.

Arbeit sei nun einmal der wertvollste Rohstoff, den Deutschland besitzt. „Sie darf nicht zur Ramschware verkommen", bemerkte Bernd Bieber. Wer Leiharbeit, schlecht bezahlte und unsichere prekäre Beschäftigung fördere oder zulasse, untergrabe gleichzeitig persönliche Lebensperspektiven vieler Menschen.

„Wenn den jungen Menschen nur perspektivlose Jobs angeboten werden, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn die Familienplanung stockt und der Nachwuchs ausbleibt“, erläuterte der DGB-Kreisvorsitzende Reiner Greich. Nach Informationen aus den DGB-Gewerkschaften, vom Dezember letzten Jahres, verdienten zuletzt 3723 Vollzeitkräfte in der Region Haßberge miserabel.

Aus den regionalen Daten zum Niedriglohnsektor geht hervor, dass im Landkreis Vollzeitbeschäftigte weit häufiger in den Niedriglohn abrutschten als im Vergleich zu den alten Bundesländern. So zählten in unserer Region bereits fast 20 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten mit Berufsabschluss zu den Niedrigverdienern, informierte Jürgen Hennemann. Insbesondere im Dienstleistungsgewerbe sei die Gefahr einer schlechten Bezahlung für Qualifizierte wie für Beschäftigte ohne Berufsabschluss
überdurchschnittlich hoch. Weiter hat gerade dieser Personenkreis oftmals auch ein instabiles Arbeitsverhältnis und ein hohes Entlassungsrisiko. „Mit solchen sachgrundlosen befristeten Arbeitsverhältnissen muss Schluss gemacht werden“, forderte der SPD-Unterbezirksvorsitzende. Zudem müssen Minijobs auf ein absolutes Mininiveau heruntergeschraubt werden und Midi-Jobs wieder abgeschafft werden.

Die gewerkschaftliche Forderung nach gesetzlichen Mindestlöhnen nütze auch den Städten und Gemeinden. „Ein Mindestlohn würde die kommunalen Kassen deutlich entlasten“, stellte Paul Hümmer fest. „Armut trotz Arbeit ist teuer – auch für die Kommunen, während der Landkreis von einer Zurückdrängung des Niedriglohnsektors und existenzsichernden Mindestlöhnen positiv profitieren würde.“
Darüber hinaus seien die Niedriglöhne auch eine Zeitbombe für künftige Altersarmut. Wer über einen längeren Zeitraum wenig verdient, wird künftig verstärkt von Altersarmut betroffen sein. „Deshalb“. So der AfA-Vorsitzende, „appellieren wir an die örtlichen CSU- und FDP-Vertreter endlich auf ihre Parteioberen einzuwirken, damit die ihren Widerstand gegen die längst überfällige gesetzliche Regelung ,Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, vom ersten Tag an‘ endlich aufgeben.“
Neben den beiden Vorsitzenden wurde die AfA-Vorstandschaft bei den Neuwahlen durch die Beisitzer, Reiner Greich, Werner Strätz, Egon Friedl, Stephan Schneider, Eddi Klug und Günther Werner komplettiert. Delegierte für die Landeskonferenz sind Martin Eisemann, Bernd Bieber, Werner Strätz, Jürgen Hennemann, Egon Friedl, Paul Hümmer und Reiner Greich.

Arbeit ist der wertvollste Rohstoff, den Deutschland besitzt. Arbeit darf nicht zur Ramschware verkommen. Wir brauchen wieder Recht und Ordnung auf dem Arbeitsmarkt, für anständige Arbeit muss es anständige Bezahlung und eine Rente zum Auskommen im Alter geben, dafür will die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der SPD (AfA) sich auch in Zukunft stark machen. Hierzu wurden von links nach rechts in die Vorstandschaft berufen, Günther Werner, Stephan Schneider, Jürgen Hennemann, Paul Hümmer, Werner Strätz, Bernd Bieber und Reiner Greich.

 
 

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