Bericht vom SPD-Sommerfest im Sander Hümmerhof

Presse

SPD möchte die Akzente in Land anders setzen

Trotz der tropischen Hitze fanden nicht nur die Wahlkämpfer der SPD, sondern zahlreiche Interessierte aus Sand und Umgebung den Weg zum Sommerfest der Sander SPD in den Hümmerhof. Dort erwartete sie in den Abendstunden kühle Getränke und deftige Brotzeiten. Vorsitzender Paul Hümmer begrüßte neben den Referenten insbesondere zwei Zeiler Gäste, den SPD-Ehrenvorsitzenden Heiner Schneier und den Musiker Joachim Heckelmann.

Zuvor war jedoch gut eine Stunde Politik angesagt. Den Auftakt machte Bezirksrat Bernhard Ruß, der erneut darum warb, die Interessen Ostunterfrankens im Bezirkstag in Würzburg vertreten zu dürfen. Denn es brauche im Bezirk eine starke kommunale Stimme, um die berechtigten finanziellen Interessen des Bezirks gegenüber der Staatsregierung zu vertreten. Auch wenn bis zur Landratswahl noch lange hin ist, begründete Ruß die Bewegründe für seine Kandidatur. Die Fragen der Energiewende, Breitbandversorgung, Schulsituation, Verkehrsanbindung an den Großraum Nürnberg (VGN) beträfen den gesamten ländlichen Raum. Und hier möchte er die Akzente anders setzen.

Sabine Dittmar (Maßbach), die bisher die SPD im Landtag vertritt, möchte gerne die Nachfolge von Susanne Kastner, die nicht mehr kandidiert, im Bundestag antreten. Bei den Ausführungen der Ärztin, die lange Jahre in Maßbach praktiziert hat und im Marktgemeinde- und Kreisrat viele kommunalpolitische Erfahrungen sammeln konnte, merkte man, dass sie mit beiden Beinen mitten im Leben steht. Erst nach einer beruflichen medizinischen Laufbahn in die Politik eingestiegen, liegt ihr die Gesundheitspolitik besonders am Herzen. Sie versprach, sich in Berlin für die Abschaffung des Zweiklassen-Systems der Krankenversicherung zugunsten der Bürgerversicherung für alle einzusetzen. Finanziert werden solle diese unter anderem aus den Erlösen der Kapitalertragssteuer.

Der Direktkandidat für den Stimmkreis Haßberge/Rhön-Grabfeld, Matthias Kihn (Mellrichstadt), widmete sich besonders der Schulpolitik. Gerade er als Lehrer, der aus dem ländlichen Raum stamme und in der Großstadt München unterrichte, habe den direkten Vergleich zwischen Stadt und Land. Dabei zeige sich, dass die Schulpolitik zentralistisch von München aus dirigiert werde, ohne die besondere Situation und die Bedürfnisse der Schüler und Eltern auf dem Land zu berücksichtigen. Er warb deshalb dafür, gerade den Schulen im ländlichen Raum künftig freizustellen, ob sie wie bisher oder als Gemeinschaftsschule bis zur 10. Klasse organisiert werden sollen. Die individuelle Förderung werde auch bei diesem Modell berücksichtigt. Die Schüler gehören ins Klassenzimmer und nicht in die Schulbusse, deshalb wird die Forderung nach solchen Gemeinschaftsschulen in Bayern immer lauter.

Bezirksrätin Kathi Petersen (Schweinfurt), zugleich 3. Bürgermeister der Stadt Schweinfurt, möchte den Sprung von Schweinfurt nach München ins Maximilianeum wagen. Sie tritt als Zweitstimmenbewerberin auf der Unterfrankenliste der SPD auf. Als Schweinfurterin liegen ihr besonders die Sicherung von Arbeitsplätzen und die Forderung nach einem gerechten Lohn für gute Arbeit am Herzen. Insbesondere müssen die Bedingungen bei den Berufen im Sozialen Bereich verbessert werden.

Hausherr und SPD-Ortsvereinsvorsitzender Paul Hümmer ging auf den Finanzausgleich im Bund ein. Sicherlich gehört der Finanzausgleich unter den Bundesländern neu geregelt. Verantwortlich für die jetzige Situation ist aber die CSU selbst. Die hat das System im Jahr 2001 selbst ausgehandelt und damals als Großerfolg den Bürgern verkauft. Noch wichtiger für die Kommunen und Bürger wäre eine Neuordnung der Finanzausgleich innerhalb des reichen Bayerns, deshalb brauchen eine neue Regierung in München, so Paul Hümmer.

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Von der Gemeinde über dem Landratsamt bis zum Bundestag spannte sich der Bogen der politischen Gäste bei Sommerfest im Sander Hümmer-Hof. Für einen Richtungswechsel hin für zu mehr sozialer Gerechtigkeit und für gleiche Bedingungen in Stadt und Land wollen gemeinsam bei den Bürgern und Bürgerinnen werben: Bernhard Ruß, Kahti Petersen, Sabine Dittmar, Paul Hümmer, Matthias Kihn und Helmut Dietz.

 
 

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