Arbeitnehmer-Mitsprache als wichtiger Erfolgsgarant

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Zweiter BIT-Termin: Matthias Kihn und Landtagsmitglied Bernhard Roos beleuchten regionalen Arbeitsmarkt

Sand Die Situation auf dem Arbeitsmarkt aus Sicht der SPD und der Gewerkschaften stand beim zweiten BürgerInnen-Talk mit dem Landtagskandidaten Matthias Kihn in Sand am Main auf dem Programm. Als Gast konnte der SPD-Ortsvorsitzende Paul Hümmer neben dem Sander Bürgermeister und Bezirksrat Bernhard Ruß insbesondere den 1. Bevollmächtigten der IG Metall Passau und Sprecher der SPD-Landtagsfraktion für Industriepolitik, Bernhard Roos, begrüßen.

In seinem Grußwort richtete Matthias Kihn den Blick auf die Situation im Landkreis Haßberge und berichtete von einer Situation, in der fast jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte im Niedriglohnbereich arbeitet. Noch dramatischer bewertete der Kandidat die Situation der Beschäftigten, die keine oder unzureichende Ausbildung vorweisen könnten - der Anteil der Niedriglöhner hier betrage fast 25 Prozent. Für Matthias Kihn, der sich auf Daten des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) stützte, eine erschreckend hohe Zahl. Besonder schlimm sei hierbei oft das Verhalten der Großindustrie. „Während kleine und mittlere Unternehmen in der Regel ordentlich entlohnen und sich überdurchschnittlich bei der Vergabe von Ausbildungsplätzen hervortun, werden Großunternehmen häufig durch die staatlichen Aufstocker-Leistungen quasi indirekt subventioniert“, kritisierte der SPD-Kandidat. Er forderte stattdessen einen gesetzlichen Mindestlohn und für Bayern ein Vergabe- und Tariftreuegesetz, mit dem sicherzustellen sei, dass nur die Unternehmen staatliche Aufträge erhalten, die gewisse Standards erfüllen.

Ein Plan, den auch Bernhard Roos in jedem Fall gutheißen würde. Der SPD-Landtagsabgeordnete, in der Fraktion der Sozialdemokraten Sprecher für Industriepolitik, zeigte in seinem Kurzreferat die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im vergangenen Jahrzehnt auf. „Unternehmen mit großer Arbeitnehmer-Mitsprache stehen im Gesamtwettbewerb besser da!“, stellte er fest. Eine Erkenntnis, die im Abgeordneten bei vielen Besuchen von vielen Betrieben in Bayern und darüber hinaus reifte. Der Gewerkschaftler, 1. Bevollmächtigter der IG Metall in Passau, nahm auch zu den Arbeitsmarktreformen Gerhard Schröders Stellung. Auch wenn sicherlich nicht alles ein großer Wurf gewesen sei, gebe es doch Bereiche, in denen damals ebenso zukunftsweisende, wie notwenige und richtige Entscheidungen getroffen wurden. Er dachte dabei unter anderem an den Bereich der Kinderbetreuung oder die Zusammenlegung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe ihre Richtig- und Wichtigkeit. Klar Stellung bezog der Landtagsabgeordnete in Sachen Mindestlohn. Dieser sei ein Muss und eine „Schwester der Leiharbeit“. Nur eine zeitgleiche Einführung hätte einen Missbrauch der Leiharbeit, wie er leider inzwischen gang und gebe ist, verhindern können. „Die Zeit ist reif, um hier nachzujustieren – aber CDU/CSU und FDP wollen das nicht!“, erklärte Bernhard Roos.

In der anschließenden offenen Gesprächsrunde diskutierten die Sander Bürgerinnen und Bürger mit dem Abgeordneten Bernhard Roos, dem Landtagskandidaten Matthias Kihn und dem Bezirkstagskandidaten Bernhard Ruß unter anderem die Lohnsituation im Einzelhandel und die Wirtschaftsförderung und -entwicklung im ländlichen Raum.

Der dritte BürgerInnen-Talk mit Matthias Kihn unter dem Motto „Das GBW-Debakel – Die Landesbank und die Folgen auf dem Wohnungsmarkt“ findet am Donnerstag, 21. März, um 19.30 Uhr im Stadtsaal in Bad Neustadt-Gartenstadt statt. Zu Gast ist diesmal der Landtagsabgeordnete Harald Güller.

Matthias Kihn (Bildmitte) hatte zu seinem zweiten BIT nach Sand geladen. Ortsvereinsvorsitzender Paul Hümmer (links) freute sich neben dem Landtagskandidaten auch den Landtagsabgeordneten Bernd Roos (Zweiter von links), Bezirksrat Bernhard Ruß (rechts) und den SPD-Kreisvorsitzenden Wolfgang Brühl (Zweiter von rechts) zu der Veranstaltung, in deren Mittelpunkt der regionale Arbeitsmarkt stand, begrüßen zu können.

Zahlreiche Besucher waren zum zweiten BIT von Matthias Kihn nach Sand gekommen, um den Landtagskandidaten zu erleben und mit ihm zu diskutieren.

 
 

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